Service Learning an Universitäten

Das Projekt „Service Learning an Universitäten“ untersucht die Einflüsse von Service Learning auf die akademische Entwicklung Studierender. Die ursprünglich aus den USA stammende Lehr-Lernform wird auch in Deutschland immer populärer und ist mit dem Ziel verbunden, Schülern und Studierenden eine praxisnahe Ausbildung zu ermöglichen, in dem praktische Erfahrungen durch freiwilliges Engagement in der Gemeinde mit theoretischen Inhalten in Unterricht und Seminaren verknüpft werden. Seinen Ursprung hat Service Learning darin, Schüler und Studierende zu gesellschaftlicher Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit zu erziehen. Während dieser Bereich empirisch bereits gut untersucht ist, ist der Mehrwert für die kognitive und akademische Entwicklung bisher noch unklar. Zwar werden an Service Learning als Lehrmethode hohe Erwartungen gesetzt und subjektive Eindrücke berichten vom erhöhten Lernerfolg. Die Befundlage zu objektiven Leistungssteigerungen ist jedoch sehr heterogen.  

Die Kernthese des Projekts lautet, dass durch die in den Service Learning-Seminaren praktizierte didaktische Methode der Reflexion die Verbindung zwischen praktischen Erfahrungen und theoretischen Inhalten hergestellt wird. Dies führt einerseits zu einer Erhöhung der metakognitiven Fähigkeiten und andererseits zu einem tieferen Verständnis der Fachinhalte.

Für das Projekt ergeben sich daher folgende Forschungsfragen:

  1. Welche Veränderungen zeichnen sich bei längsschnittlicher Betrachtung bei den akademischen Fähigkeiten der Studierenden ab?
  2. Welche Rahmenbedingungen beeinflussen die Veränderungen in den Service Learning-Angeboten sowie den Seminaren?
  3. Welche hochschuldidaktischen Praxisempfehlungen können von den Erkenntnissen abgeleitet werden?

Für die Prüfung der Annahmen wird ein quantitatives Längsschnittdesign gewählt, bei dem die Studierenden über 2 Semester hinweg befragt werden. Weiterhin ist geplant mithilfe von Lerntagebüchern die Entwicklungen der Reflexionsfähigkeit zu untersuchen.

Projektleitung
Prof. Dr. Heinz Reinders

Mitarbeiterin des Projekts
Dipl.-Päd. Stefanie Hillesheim

Laufzeit
2012-2016

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft


Publikationen

  1. REINDERS, H. (2016). Service Learning – Theoretische Überlegungen und empirische Studien zu Lernen durch Engagement (Service Learning. Theoretical Considerations and Empirical Research). Weinheim: Beltz.
  2. REINDERS, H., HILLESHEIM, S. & SEBALD, J. (2015). Service Learning an Universitäten. Skalendokumentation des Längsschnitts 2012-2014. Schriftenreihe Empirische Bildungsforschung, Band 32. Würzburg: Universität Würzburg. Download
  3. REINDERS, H. (2010). Lernprozesse durch Service Learning an Universitäten (Learning through Service Learning at Universities). Zeitschrift für Pädagogik, 56 (4), 531-547.
  4. REINDERS, H. & WITTEK, R. (2009). Persönlichkeitsentwicklung durch Service Learning an Universitäten (S. 128-143). In: Altenschmidt, K, Miller J. & Stark, R. (Hg.), Raus aus dem Elfenbeinturm. Weinheim: Beltz.
  5. REINDERS, H. (2008). Soziale und perspektivische Kompetenzen messen und fördern. In: Weißeno, G. (Hrsg.), Politikkompetenz. Was der Unterricht zu leisten hat (89-107). Bonn: bpb.
  6. REINDERS, H. (2006). Gemeinnützige Tätigkeit und politische Sozialisation im Jugendalter. Kursiv-Journal für politische Bildung, 01/06, 22-29.

 

Zuletzt aktualisiert: 01 Juni 2016