Kommunale Kompetenzstudie zur Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt

Die neue Zuwanderung der letzten beiden Jahre bringt zwei wesentliche Veränderungen im Vergleich zu früheren Zuwanderungsschüben der Vergangenheit mit sich (z.B. Anfang der 1990er Jahre). Zum einen handelt es sich um Menschen aus Regionen, die bislang in eher geringer Anzahl Zuflucht und Asyl in Deutschland gesucht haben. Diese Herkunftsregionen sind mit vornehmlich Syrien sowie Afghanistan der arabische sowie südasiatische Raum.

Dabei haben die ersten repräsentativen Studien des BAMF gezeigt, dass die Herkunfts-, Flucht- und Ankunftssituation der Menschen aus der neuen Zuwanderung nicht einheitlich sind, wie es die öffentliche Wahrnehmung nahe legen würde. Vielmehr handelt es sich sowohl zwischen den Herkunftsregionen als auch innerhalb der Herkunftsgruppen um große Unterschiede im Bereich Bildung, Sprachkompetenz, allgemeine und spezifische berufliche Kompetenzen sowie Diskriminierungs- und Aufnahmewahrnehmungen.

Ferner zeigen sich Unterschiede in der Zuordnung von Menschen mit Fluchterfahrungen zu Aufnahmeregionen. Diese sind nicht nur quantitativer Art, es kann auch begründet vermutet werden, dass zwischen den Kommunen Unterschiede in der Konstellation der neuen ZuwandererInnen. Um diese Besonderheiten zu erfassen und kommunalpolitisch sinnvoll einbinden zu können, wird die Kompetenzstudie bei Menschen mit Fluchterfahrung durchgeführt.

Durch die regional enge Vernetzung ist hierbei der Fokus auf Stadt und Landkreis Würzburg eine sinnvolle Datenquelle. Mit der Befragung werden Menschen mit Fluchterfahrung aus Syrien und Afghanistan zu ihrem Bildungsstand, ihren beruflichen Kompetenzen, ihrem Alltags- und Freizeitleben sowie zu ihren Integrationseinstellungen befragt. Diese Informationen sind zentral für eine evidenzbasierte Entwicklung geeigneter Maßnahmen einer sinnvollen Integration im Sinne der Balance von Aufnahme- und Herkunftskultur.

Die Befragung erfolgt anonym mittels ins Arabische und Dari übersetzten Fragebögen in den kommunalen Unterbringungen und im Beisein von ÜbersetzerInnen. Um Veränderungen über die Zeit und handlungsnahes Steuerungswissen generieren zu können, ist eine regelmäßige (jährliche) Befragung geplant. 

Projektleitung
Prof. Dr. Heinz Reinders

Kooperationspartner
Stadt Würzburg - Sozialreferat

Laufzeit des Projekts
Seit 2016

Zuletzt aktualisiert: 07 Dezember 2016